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Wer Lob sät, wird nicht immer Leistung ernten

Prof. Dr. Christian Zielke

 

Nicht immer bedeutet loben auch motivieren.
Erfahren Sie hier, was Sie mit unvorsichtigem Loben anrichten können:

 

Wenn Lob schadet

„Jetzt haben Sie es ja doch noch geschafft!“ lobt Huber seinen Sachbearbeiter,

der darauf nur erwidert: “Na klar habe ich das geschafft, was denn sonst!“ und denkt: „Halten Sie mich für einen Deppen?“

Es gibt Augenblicke, da schadet ein Lob mehr, als ein Tadel zerstören kann.

Nicht geschimpft ist schon gelobt

Da hat es Betriebsleiter Schwabe einfacher.

Er lobt selten und handelt nach dem Motto: „Nicht geschimpft ist gelobt genug.“

Denn: „Wenn ich meine Mitarbeiter lobe, werden sie nur übermütig und frech – und wollen am Ende noch mehr Geld.“

Loben als Bevormundung

Selbst die Betriebsrätin Meckerstein kritisiert das Loben im Betrieb.

„Es ist eine perfide Form der Bevormundung. Loben setzt den Mitarbeiter herab. Wer als Vorgesetzte meint, andere loben zu müssen, hält sich für überlegen.“

„Das sehe ich anders,“ entgegnet der Personalleiter: „Wer Lob ablehnt, möchte zweimal gelobt werden!“

Anerkennung: ein Endlos-Marathon

Doch auch Mitarbeiter Kluge hält nichts von Vorgesetzten, die meinen, loben sei billiger als eine Beförderung:

„Es ist die klassische Karotte, die dem Esel vor die Nase gehängt wird mit der Botschaft: Nun streng dich mal schön an.“

– „Nein danke!“ winkt Sportler Schulze ab. Das Streben nach Anerkennung ist ein Endlos-Marathon, den er bei seinem Vorgesetzten nur verlieren kann.

Wie Rabatt-Marken

Und der erfahrene Betriebsmeister Alt weiß noch aus seiner Lehrzeit: „Das Zurückhalten von Lob kann wirksamer sein als Kritik“.

Deshalb sammelt er das Lob wie Rabattmarken, um es seinen Mitarbeitern dann im Jahresgespräch mit einem Paukenschlag zu präsentieren

– allerdings verbunden mit lobender Kritik: „Ganz ordentlich jetzt, früher waren Sie ja da eine Niete!“

lieber sich selber loben

Manche Vorgesetzte kennen die Kraft der Anerkennung

und loben sich lieber selber als ihre Mitarbeiter, weil sie von denen ja sowieso nicht gelobt werden.

„Das haben wir ja wieder einmal großartig gemacht!“

Spiel und Gegenspiel

Doch einige Mitarbeiter durchschauen das Spiel: „Das sagt er durch nur, weil er etwas von mir will!“

Andere kontern mit einem Gegenspielchen und schaffen es sogar, vom Vorgesetzten weggelobt zu werden.

So wie das ehemalige Nachwuchstalent Jung, der sich als heutiger Abteilungsleiter fragt: „Also doch nicht loben?“

Wunder gegen Schwerhörigkeit

Andererseits wirkt Loben oft Wunder gegen Schwerhörigkeit

und kann so erfreuen, dass der Gelobte es sich später verdient.

Fazit

Aber ein Lob hat nur soviel wert, wie der Mensch, der es ausspricht.

Und wer als Vorgesetzter nie begeistert ist von einem Verhalten oder einer Leistung, hat

  • entweder den falschen Job
  • oder die falschen Mitarbeiter
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